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Währen heute Parlamentswahlen würde fast jeder zehnte Finne für die Rechten stimmen. Parlamentswahlen sind im nächsten Jahr

Es war schon immer so. Wenn Krisen die Menschen verunsichern, sie Angst um ihre Existenz haben und die Regierenden ihnen keine Antworten auf ihre bohrende Fragen geben können, neigen sie dazu populistischen Stimmen zu vertrauen, die ihnen zum Munde reden.
Und so ist der Stimmenzuwachs rechter Parteien in zahlreichen Ländern Europas kein Wunder.
Finnland stellt da keine Ausnahme da, wie eine aktuelle, von der Tageszeitung Helsingin Sanomat in Auftrag gegebene Umfrage zeigt: Fast jeder zehnte Finne würde, wenn heute Parlamentswahlen wären, die rechten Grundfinnen wählen.

Bei den letzten finnischen Parlamentswahlen am 18.03.2007 war die Welt der Finnen noch in Ordnung: Traditionell lagen Keskusta, Kokoomus und SDP nahezu gleich auf und hatten nur die Plätze ein wenig gewechselt.
Die Grundfinnen erzielten damals zwar einen Stimmenzuwachs von zwei %, kamen aber nicht über 4,1 % hinaus.

Ein erstes Alarmsignal gab das Abschneiden der Perussuomalaiset bei den Europawahlen vor einem Jahr. Sie erreichten 9,8 % und verbesserten sich um 9,2 % gegenüber den vorausgegangenen Wahlen des europäischen Parlaments.
Wer da meinte, seine Sorgen über die vielen Stimmen für Rechts damit kleinreden zu können, dass es den Grundfinnen gelungen sei, eine grosse Zahl der Europagegner und Europaskeptiker hinter sich zu vereinen, mässte spätestens angesichts der aktuellen Umfragedaten aufwachen.

Im nächsten Jahr wird in Finnland wieder das Parlament gewählt.
Das Land ist in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage und das Vertrauen in die Politiker und in ihre Fähigkeit, den Karren aus dem Dreck zu ziehen ist nicht zuletzt durch den seit nun fast zwei Jahren mehr oder weniger tobende Wahlfinanzierungsskandal zutiefst erschüttert.
Zu Weihnachten hatte Ministerpräsident Vanhanen angekündigt, auf dem am 11. Juni 2010 beginnenden Parteitag nicht mehr für den Parteivorsitz zu kandidieren und auch sein Amt als Premier aufzugeben.
Seitdem hat es den Anschein, als sei die finnische Politik in einen tiefen Winterschlaf verfallen, in dem sie ausharrt, in der Hoffnung, dass sich die Probleme im Land von selbst lösen oder zumindest ein Sommerwunder auf oder nach dem Keskusta-Parteitag sie wie die Samen der Pusteblume in alle Winde zerstreut.
Wer so tief schläft hat kein Ohr für die Sorgen der Menschen und überlässt sie den Populisten.

Der Helsingin Sanomat kommentierte die Umfragewerte heute:
"Die Menschen sind bereit, auch schwierige Lösungen zu akzeptieren, solange sie sie für gerecht halten und sie einen verständlichen und begründeten Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung anbieten."

Warum ist das für Finnlands Politiker so schwer zu begreifen?

(09.06.2010, 21.30 Uhr)


 

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