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Finnland Lexikon - M - Märchen

 

Der Riese und sein Knecht - Finnische Märchen und Sagen

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Finnische Märchen und Sagen: Der Riese und sein Knecht

Ein Junge, der auf Wanderschaft war, verdingte sich als Knecht bei einem Riesen. 
Schon am zweiten Tag nahm ihn der Riese mit in den Wald und wollte mit ihm seine Kräfte messen.
"Wir rennen mit dem Kopf gegen den Baumstamm dort. Dann werden wir ja sehen, wer der Stärkere von uns ist!"

Gesagt, getan. Der Kopf des Jungen ging bis zu den Ohren in den Stamm hinein. Er hatte heimlich vorher ein Loch in den Stamm gebohrt und ihn wieder mit Rinde zugedeckt. 
Als der Riese gegen die Föhre rannte, flogen nur ein paar Borkenstücke.
Er konnte es einfach nicht glauben und so musste der Junge seinen Versuch wiederholen. Und wieder ging sein Kopf in den Baum hinein. 
"Da habe ich ja einen Knecht bekommen, der stark ist wie ein Bär", murmelte der Riese. "Komm lass uns weitergehen!"

"Mal sehen, wer am lautesten rufen kann", bat der Riese wenig später und er brüllte so, das ringsherum die Berge einstürzten.
Als die Reihe an den Jungen kam, begann dieser einen Reifen zu schnitzen.
"Was machst du da? Du sollst doch schreien!"
"Ich will dir nur einen Reifen um Deinen Kopf legen, damit er dir dann nicht zerspringt!"
"Schrei lieber nicht", bat der Riese. "Mein Kopf tut auch so schon weh."
Sie zogen weiter. "Lass uns die Kräfte im Werfen messen. Ich habe hier einen fünf Zentner schweren Hammer." 
Der Riese schleuderte den Hammer hoch in die Luft, als sei er eine kleine Mücke. 
Der Junge konnte den Hammerschaft kaum umfassen und aufstellen. Er stand da und starrte in den Himmel.
"Was guckst du so? Nun wirf schon endlich!"
"Ich überlege nur, ob ich in eine Wolke werfen soll, die stillsteht oder in eine, die der Wind treibt." 
"Wirf lieber nicht. Ich habe den Hammer von meinem Grossvater geerbt", flehte der Riese. "Machen wir uns auf den Heimweg!"

Dem Jungen war es nur recht. Der Riese bereitete ihm in einem abseits gelegenen Haus ein Nachtlager und fragte: "Wann ist denn dein Schlaf am tiefsten?"
"Um Mitternacht."
Kaum war der Riese gegangen, sammelte der Junge vor dem Haus Holzkloben, legte sie unter die Bettdecke und legte sich selbst vor einem Loch auf die Lauer, das er in die Hauswand gebohrt hatte.
Um Mitternacht kam der Riese mit seinem Schmiedehammer und drosch auf das Bett ein, das das Holz nur so krachte.
"Hast du etwas geträumt?", fragte der Riese am nächsten Morgen.
Der Junge schüttelte den Kopf. "Nur einmal da war mir so, als ob mich eine Laus beisst."
In der folgenden Nacht legte der Riese Feuer unter das Bett des Jungen. Am Morgen fragte er: "Hast du auch heute nichts geträumt?"
Wieder schüttelte der Junge den Kopf. "Nur einmal, da war mir, als hörte ich einen Windstoss vorbei sausen."

Dem Riesen wurde Angst und Bange und er wollte seinen Knecht so schnell wie möglich auszahlen.
"Kannst du noch mehr tragen?", fragte ihn der Riese, als er ihm eine Schaufel mit Silbergeld in einen Sack geschüttet hatte. 
"Warum nicht!"
"Du musst aber alles mit einem Mal forttragen. Ich werde es kontrollieren!"

Als der Junge über dem Berg war, leerte er den Sack zur Hälfte am Weg aus. Der Riese sah das Geld liegen, holte seine Frau und zu zweit verfolgten sie den Jungen. Als sie ihn fast erreicht hatten, warf der Junge ein Blatt hinter sich, das er von einem Baum im Garten des Riesen gepflückt hatte. Und auf der Stelle wuchs ein dichter, dichter Wald. 
Der Riese musste seine Axt von zu Hause holen, um den Jungen weiter verfolgen zu können. Schnell aber war er ihm wieder dicht auf den Fersen. 
Da warf der Junge einen Feuerstein hinter sich. Der verwandelte sich in einen riesigen Berg und der Riese musste seinen Bohrer von zu Hause holen, um sich einen Weg zu bahnen. 
Es dauerte nicht lange, da hatte der Riese den Vorsprung des Jungen wieder aufgeholt. 
Da warf der Junge ein Stück Schwefel hinter sich und ein grosser See entstand. Nun holte der Riese noch seine Tochter zu Hilfe. Gemeinsam versuchten sie den See leer zu trinken. Und als sie es fast geschafft hatten, begann ein Rabe so drollig vor der Tochter zu tanzen, das sie sich nicht mehr halten konnte. Sie fing an zu lachen und das ganze Wasser schwappte aus ihr heraus. 
Dann auch aus der Mutter und alle drei ertranken jämmerlich.

 

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