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Eigentlich sollte man meinen, dass ein Winter, auch ein strenger, etwas ganz Normales in Finnland ist, gehört doch die Mär von Kälte und Dunkelheit zu den Stereotypen über Suomi, die sich bei vielen Menschen breitgemacht hat.
Aber dieser Winter 2009/2010 hat mit seiner Zähigkeit und seinem ungewöhnlichen Schneereichtum Finnland, seine Wirtschaft und seine Menschen auf eine harte Probe gestellt.
Chaos bei der finnischen Bahn; Schiffe, die im Eis stecken blieben, Gebäude, die zusammenbrachen; Andrang auf den Unfallstationen der Krankenhäuser...
Während man darüber spricht, dass es bis September oder gar noch länger dauern kann, dass der Schnee in den Sammelstellen abgeschmolzen ist, hegt eine gemeinsame Studie des finnischen Meteorologischen Instituts und der Universität Helsinki ganz andere Befürchtungen.
Ist dieser Winter vielleicht der letzte richtige in Südfinnland?
Müssen die Finnen im Süden künftig gar auf weisse Weihnachten verzichten und zum Skifahren in den Norden reisen?
Die Forscher erwarten, dass die Temperatur im finnischen Winter schneller als die im Sommer steigt, dass zum Ende des Jahrhunderts die durchschnittlichen Temperaturen in den südlichen und südwestlichen Küstengebieten nicht mehr unter den Gefrierpunkt fallen.
Ihrer Auffassung nach wird sich in den kommenden Jahrzehnten in Finnland eine deutliche Klimaerwärmung abzeichnen.
Im Winter soll der Studie zufolge die durchschnittliche Temperatur um schätzungsweise drei bis neun Grad Celsius ansteigen, im Sommer um ein bis fünf Grad.
Richtigen Winter mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt wird es dann wohl nur noch in Lappland geben und auch dort nur für zwei Monate.
Hören wir also auf, über den Winter zu stöhnen und freuen wir uns an ihm, so lange wir ihn noch haben!
Quelle der Info:
(23.03.2010, 14.00 Uhr)