Die finnische Regierung hat am 26. August 2009 beschlossen, im Jahr 2010 die Steuer auf S¨sswaren wieder einzuführen.
Durch die Steuer auf Süsswaren und die Anhebung der Steuer auf Limonaden will Finnland jährlich 100 Millionen Euro Steuermehreinnahmen erzielen und zugleich gesundheitserzieherisch wirken.
Der Süssigkeitsverbrauch der Finnen hat sich von 1985 bis zum Jahr 2007 von 7 auf 14 Kilo pro Kopf und Jahr verdoppelt.
Zudem hat sich in den letzten 30 Jahren die Zahl der übergewichtigen Menschen in Suomi verdreifacht.
Durch die Übergewichtigkeit entstehen der Gesellschaft jährlich Kosten in Höhe von 300 Millionen Euro.
Der überraschende Beschluss zur Wiedereinführung der Steuer wird von der Mehrzahl der Finnen begrüsst, von der Industrie dagegen scharf kritisiert.
So wird zum Beispiel die Frage aufgeworfen, warum andere Zucker und Süssstoffe enthaltene Lebensmittel wie Pudding und Kuchen nicht unter die Steuer fallen sollen.
Eine gesonderte Steuer auf Süssigkeiten gab es in Finnland bereits bis 1999.
Sie betrug nach heutiger Währung 58 Cent pro Kilogramm.
Der Staat nahm aus ihr jährlich ca 25 Millionen Euro ein.
Wesentlicher Grund für die Aufhebung der Steuer zur Jahrtausendwende war die Auffassung der EU-Kommission, dass durch die Steuerfreiheit für Xylitol-Produkte Produkte aus anderen EU-Ländern diskriminiert werden und Finnland damit gegen Artikel 95 des EU-Gründungsvertrages verstosse. (offizielle Ermahnung Finnlands durch EU-Kommission am 24.4.1997)
Statt die Steuer auf Xylitol-Produkte auszuweiten, war seinerzeit beschlossen worden, die Steuer abzuschaffen.