Jedes Jahr ab 21. Juli kann man in Finnland bis Mitte September Krebse fangen, die mindestens 10 cm lang sind.
Überall findet dann Rapukesti - das Krebsfest statt.
Weil es häufig nicht ausreichend Krebse gibt, werden diese auch importiert.
Zu Rapukesti sind die Zimmer festlich mit Lampions und Papierschlangen geschmückt.
Mit Papierschlangen ist auch das Tischtuch dekoriert.
Man trägt weiße Schürzen und nicht selten auch Papiermützen, die denen von Köchen ähneln.

Krebse isst man prinzipiell mit den Fingern.
Messer nutzt man nur zum Aufbrechen der Schalen.
Zunächst saugt man den Saft von der Unterseite des Krebses ab. Er schmeckt nach Dill, weil die Krebse ja mit Dill gekocht wurden.
Dann löst man die Scheren aus, bricht deren Enden ab und saugt den Saft aus.
Das abgebrochene kleine Scherenglied eignet sich gut als Messer. Mit ihm oder einem gewöhnlichen Messer bricht man die Krebsschale am breiten Ende auf.
Wieder saugt man den Saft aus.
Nun wird der Schwanz ausgelöst und der Saft aus dem Panzer getrunken.
Anschliessend wird der Panzer vom Körper abgedreht.
Dabei werden die bitteren Eingeweide mit herausgezogen.
Mit einem Messer wird dann die sogenannte Krebsbutter aus dem Inneren des Panzers herausgeschabt und die Schale ausgesaugt.
Schliesslich wird der Schwanz aufgebrochen, das Fleisch ausgelöst und der dunkle Darm entfernt.
Das Schwanzfleisch wird auf einen Toast gehäuft und mit reichlich Dill bestreut.
Nun ist es auch Zeit für einen Wodka oder einen Schluck Wein. "Nachgespült" wird mit Wasser oder Bier.