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Beim Präsidentenforum am 17.03.2009 herrschte Konsenz darüber, dass Finnland auf Grund der schnellen Alterung seiner Bevölkerung, Arbeitskräfte aus dem Ausland, Einwanderer braucht.
Präsidentin Tarja Halonen wies darauf hin, dass man die Einwanderer nicht nur als Arbeitskräfte, sondern auch als Menschen sehen müsse.
Martti Ahtisaari verdeutlichte, dass Finnland als Einwanderungsland nicht gerade attraktiv sei. Die klimatischen Bedingungen seien rau, die Sprache schwierig.
Es gehe darum, die Einwanderer zu integrieren und die Finnen müssten lernen, die Einwanderer als Ressource und nicht als Belastung zu sehen.
Der Philosoph Pekka Himasen sprach von den Chancen, die sich für das Land durch die Alterung der Bevölkerung auch öffnen.
Viele wahre, gute, mit Bedacht gewählte Worte, die die Teilnehmer des Forums wechselten.
Dann daneben die harte Realität.
Neue Umfrage belegen, dass bedingt durch die Auswirkungen der Rezession die Ausländerfeindlichkeit in Finnland gestiegen ist.
Reden die Präsidenten am Volk vorbei? Stellen Sie richtige Fragen zur falschen Zeit?
Ist es nicht verständlich, dass in einer Zeit, in der viele Bürger um ihren Arbeitsplatz bangen, sie in Ausländern nur Konkurrenten sehen? Auch wenn sie dabei die Tatsachen verkennen.
Ausländer haben nicht selten gerade die Arbeitsplätze inne, die Finnen nicht ausüben wollen.
Sei es im Nahverkehr oder im Gesundheitswesen.
Ja, Zukunftsägste sind angesichts der Situation auf dem Arbeitsmarkt nichts Ungewöhnliches. Wer mag sich schon Gedanken über das machen, was in 10 oder 20 Jahren ist, wenn er nicht weiss, wie er heute über die Runden kommen soll.
Es ist Aufgabe der Politik ins Morgen zu denken. Insofern stand der Punkt Einwanderung zu Recht als Schwerpunkt auf der Tagesordnung des Präsidentenforums.
Wie aber kann es gelingen, diesen Spagat zwischen den Ängsten der Bevölkerung und der Notwendigkeit der Einwanderung zu schaffen?
Mit Parolen erreicht man da wenig. Und Abwarten bis die Krise vorbei ist und die Wogen sich gelegt haben, kann auch nicht der richtige Weg sein.
"Die Zukunft ist multikulturell", schrieb der Kainuun Sanomat am 18.03. Es gilt, die Bürger die Vorteile des Zusammenlebens mit Menschen anderer Nationen erleben zu lassen, sie Anteil daran haben zu lassen, dass das Leben und die Kultur bunter werden, ihnen den Reiz dessen zu vermitteln.
Auch das ist leichter gesagt, als getan.
Schauen wir uns doch um! Die Russen sind lieber unter Russen, die Somalis lieber unter Somalis... Jede Bevölkerungsgruppe kapselt sich ab.
Wenn multikulturelles Zusammenleben aber funktionieren soll, dann müssen sich Türen öffnen, Schritte auf einander zugetan werden. Von beiden Seiten.
Wer nichts weiss vom Fremden, hat Angst vor ihm. Wissen ist auch in diesem Fall Macht. Macht, die Kraft gibt zu erkennen, dass man sich gegenseitig auch ergänzen kann, dass die Fremden eine Bereicherung sind, wenn man sie als Menschen annimmt.
Und ganz wichtig dabei ist, dass man eine gemeinsame Sprache spricht, damit es überhaupt eine Chance der Annäherung gibt.
Sprachunterricht brauchen aber nicht nur die Fremden.
Die Finnen sind weltweit als sprachlich gewandt und interessiert, bekannt.
Wann gibt es die ersten Somalischkurse für Finnen, wann wird der Russischunterricht in den Schulen wieder ausgebaut ...
(20.03.2009) Quelle der Informationen zum Präsidentenforum
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