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Für die ca 560.000 finnischen Schüler hat nach langen Sommerferien der Alltag wieder begonnen.
Der Schulanfang in Finnland geht mit dem Wechsel von strahlendem Sommerwetter zu diesigem, regnerischem einher.
Es ist zu hoffen, dass das nicht auch symptomatisch für das neu beginnende Schuljahr in Suomi wird.
Im international als vorbildlich erscheinenden, so dargestellten und in vielen Punkten auch seienden finnischen Schulsystem herscht derzeit alles andere als eitel Sonnenschein.
Durch die tiefe Rezession in Finnland sahen sich viele Gemeinden gezwungen, Pädagogen zumindest zeitweilig zu beurlauben.
Auch wenn inzwischen laut darüber nachgedacht wird, diese Freistellungen teilweise wieder aufzuheben oder nach hinten zu verschieben, wenn die Schweinegrippe es erforderlich macht, sie sind eine Tatsache und werden sich auf den Lehrbetrieb auswirken.
In den letzten Wochen des alten Schuljahres drehten sich die öffentlichen Diskussionen vor allem um das Thema zunehmende Gewalt an den Schulen, um die Tatsache, dass sich immer mehr Schüler von anderen gehänselt und alleingelassen fühlen, dass psychische Erkrankungen unter Kindern und Jugendlichen zunehmen.
Gerade diese Punkte waren in den Auswertungen der beiden verherrenden Schulattentate in Finnland auch mit als ursächlich bezeichnet worden.
Hinzu kommt, dass sich die Zahl der Schüler, die zusätzlichen Unterricht braucht, um das Klassenziel erreichen zu können, in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt hat und inzwischen bei 47.300 liegt.
Wie aber will man all diesem mit weniger Pädagogen Herr werden?
Weniger Pädagogen bedeutet grössere Klassen, mehr Anonymität der Schüler, schlechtere Lernbedingungen.
In den letzten Tagen geisterten auch Meldungen, dass sich die Kosten für die Schulbücher der Gymniasiasten weiter erhöhen werden, durch die Medien.
Das mag für einen Aussenstehenden nicht sonderlich dramatisch klingen, für die betroffenen Eltern und Schüler ist es aber schmerzhaft.
Gerade wenn in einer Familie mehrere Kinder das Gymnasium besuchen.
Auf alte Bücher oder die von den Geschwistern lässt sich nicht immer zurückgreifen, weil jeder Lehrer ganz bestimmte Bücher für seinen Unterricht fordert.
Die Kosten für die Lehrmaterialien steigen da schon schnell mal pro Schüler auf über 1.000 Euro im Jahr an.
Als wenn die finnischen Haushalte durch die Krise nicht schon genug gebeutelt sind.
Und über allem schwebt zusätzlich noch das Damoklesschwert der Schweinegrippe, von dem niemand die Auswirkungen wirklich vorhersehen kann.
(18.08.2009, 11.30 Uhr)
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