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Die Passagiere kriegen graue Haare, haben Rennereien und Ärger. Der Rat von Finnair an die Fluggäste, über Möglichkeiten der Verschiebung des Reisetermins nachzudenken, falls ihr Flug abgesagt wird, hilft den Wenigsten weiter.
Die Konkurrenz von Finnair reibt sich die Hände und springt freudestrahlend ein.
Die Finnair-Piloten streiken.
Streik ist unzweifelhaft ein bewährtes Arbeitskampfmittel. Aber wieviel Sinn macht ein Arbeitskampf in einem Unternehmen, das sich in seiner schlimmsten Krise befindet?
Seit Monaten taumelt die Finnair in einem heiss umkämpften Markt.
Ich fühle mich in diesen Tagen oft an den Film "Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten" erinnert, den ich in meiner Kindheit und Jugend mehrfach gesehen habe.
Sind die Piloten von Finnair nicht auch tollkühn?
Jeder Streiktag bedeute einen Verlust von 2,5 bis 5 Millionen Euro, verlautete es von Seiten Finnair.
Jeder Streiktag schmälert die Chance des Unternehmens, aus dem Tief wieder aufzusteigen und sägt damit an den Arbeitsplätzen der Piloten. Und nicht nur an ihren.
Worum geht es in dem Konflikt überhaupt?
Die Piloten hatten bereits im Oktober erklärt, dass es den meisten nicht um Fragen des Gehalts gehe. Man habe vielmehr sogar einen Gehaltsverzicht von etwa 5 Prozent für ein Jahr angeboten.
Es gehe vor allem um die Tatsache, dass die Piloten nicht akzeptieren wollen, dass Finnair-Maschinen aus Kostenspargründen auch von Piloten anderer Unternehmen geflogen werden sollen und dass sie sich weigern, diese auszubilden.
Für Aufsehen und viel Zuspruch in den Diskussionen im Internet sorgte gestern die scharfe Kritik von Prof. Vesa Puttonen am Streik der Finnair-Piloten und seine Auffassung, Finnair sollte sich von den Piloten trennen. Irgendwo in der Welt würden sich sicherlich Piloten auftreiben lassen, die die Aufgaben ausfüllen könnten.
Die Finnair-Piloten streiken. Es ist ihr gutes Recht. Kein Gesetz verbietet Streiks in Krisenzeiten.
Aber auch die Piloten werden einsehen müssen, dass es zum vom scheidenden Geschäftsführer Jukka Hienonen eingeschlagenen strikten Sparkurs keine Alternative geben kann.
Man muss nicht mit dem Kopf durch die Wand, wenn man Gefahr läuft, ihn sich einzuschlagen.
Quellen:
(C.K., 17.11.2009, 9.10 Uhr)
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