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Kampf dem Mobbing in Finnland

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Mobbing in Finnland ausgrenzen

Wer gemobbt wird, fühlt sich alleingelassen

Im Interview mit YLE berichtete die Mutter des Amokläufers von Kauhajoki am 20.03.2009, dass es für sie schlimmm war mitanzusehen, wie ihr Sohn weinend nachmittags aus der Berufsschule kam, wie er darunter litt, ausgegrenzt zu sein.

Warum werden Schüler, Jugendliche oder auch Erwachsene ausgegrenzt?
Weil sie keine Markenklamotten tragen, weil sie es nicht mögen, mit anderen in der Kneipe abzuhängen, weil sie still und in sich gekehrt sind und anders ticken als die anderen.
Ausgegrenzte und gemobbte Menschen fühlen sich verletzt und einsam.
In einer aktuellen Umfrage unter finnischen Jugendlichen bezeichneten sich 45 Prozent der Befragten als einsam.
Eine alarmierende und zum Nachdenken provozierende Zahl! Fast die Hälfte der finnischen Jugendlichen kennt das Gefühl der Einsamkeit, fühlt sich alleingelassen von den anderen.
Das kann nicht nur eine Mentalitätsfrage sein, da muss mehr dahinter stecken!

Selbstbewusstesein stärken

Was können wir Eltern, Lehrer und Erzieher tun, um ihnen aus dieser Einsamkeit, dieser Lethargie herauszuhelfen oder zu verhindern, dass sie dort hinein geraten?

Wir müssen ihr Selbstbewusstsein, ihre Persönlichkeit als Ganzes stärken, ihnen Erfolgserlebnisse vermitteln. Wir müssen vor allem mit ihnen reden und als Ansprechpartner für sie da und bereit sein, ihnen unter die Arme zu greifen.

Kontakt Elternhaus Schule

Den Fehler nur in der Schule oder in der Ausbildung zu suchen, ist ein falscher Ansatz. Gerade vertrauensvoller Umgang im Elternhaus, Offenheit, Zeit und Aufmerksamkeit für jedes Familienmitglied formen einen Menschen. Wir müssen es lernen, wieder zuzuhören und über Probleme zu reden, sie nicht totzuschweigen. Ein gefestigter Jugendlicher wird leichter in der Lage sein, sich gegen Mobbing zu wehren.
Und dieser gute Kontakt zwischen Elternhaus und Schule, er darf nicht nur auf dem Papier stehen. Er muss wieder gelebt werden.
Seit 9 Jahren besuche ich bedingt durch meine Kinder, Elternversammlungen an finnischen Schulen. Ich habe den Eindruck, dass immer weniger Eltern sich für das interessieren, was ihre Kinder in der Schule machen. Immer mehr Stühle bleiben leer.
Wenn wir als Eltern aber Desinteresse am Schulalltag zeigen, werden unsere Sprösslinge sich kaum an uns wenden, wenn sie Probleme in der Schule oder der Berufsausbildung haben.

Natürlich wäre es naiv anzunehmen, allein durch den Kampf gegen Mobbing zukünftige Amokläufe verhindern zu können, aber es wäre ein eigener Beitrag, den wir ganz persönlich zu leisten vermögen.
(21.03.2009)

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