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Die evangelische Kirche in Finnland sieht sich selbst gern als fortschrittlich, weltoffen und tolerant.
Aber scheinbar hat alles seine Grenzen, besonders in oberen Kirchenetagen.
Im November 2008 hat es in Finnland grossen Medienwirbel gegeben, als sich der Pfarrer Olli Aalto als transsexuell zu erkennen gab. (Finnland on Line berichtete)
Die Wellen der Empörung einerseits und des Zuspruch andererseits überschlugen sich.
Die meisten Mitglieder seiner Kirchengemeinde im südkarelischen Imatra standen hinter ihm und meinten, es sei endlich an der Zeit, Toleranz zu zeigen und sie würden ihn auch als ihre Pfarrerin gerne zurückhaben wollen.
Monate sind ins Land gezogen.
Jetzt kommt heraus, dass der Kirchenrat von Imatra einen Brief an den Bischof geschickt hat, in dem er gewünscht hat, dass Marja-Sisko Aalto, wie Olli Aalto inzwischen heisst, aus dem Amt scheidet.
Marja-Sisko, die mit Leib und Seele Pfarrer ist, selbst weiß nicht, was in diesem Brief stand.
Sie ist bestürzt und findet, es wäre korrekt gewesen, ihr als oberster Diensthaberin ihrer Gemeinde Bescheid zu geben.
Die Kirchenräte wollen sich nicht zum Brief äussern.
Fünf der Räte sagen, sie hätten nie von so einem Brief gehört, neun geben an, ihn gesehen zu haben. Unterschrieben haben ihn sieben.
Keiner aber weiss mehr genau, wie sein Wortlaut war.
Es gibt keine Kopien und keinen Vermerk in den Sitzungsprotokollen.
Bei den Gemeindemitgliedern ist Marja-Sisko Aalto nach wie vor sehr beliebt und sie verstehen nicht, warum sie einfach übergangen werden.
Von Toleranz zu sprechen ist leicht.
Tolerant zu sein, schon schwerer.
(14.07.2009, 17.50 Uhr, Quelle der Information: Esaimaa.fi)
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