| Finnland-News | Nachrichten-Archiv | Meist diskutierte Finnland-Artikel | Finnland-Kommentare | Finnland-Kurzmeldungen | Parlamentswahl 2011 | Finland-Presseschau | Klatsch aus Suomi |
| Arbeitsmarkt und Arbeitskampf | Armee und Landesverteidigung | Aussenpolitik | Bildung | Computer und Internet | Dies und Das | Energie | EU | Film | Finanzen | Gesundheit | Immobilien | Karelisches | Kinder und Jugend | Kirche | Klima | Kommunen | Kriminalität | Kunst | Kurioses | Land-und Forstwirtschaft | Management | Medien | Migration | Musik | Natur | Parlament | Politik | Polizei | Preise | Promi | Proteste | Recht | Society | Soziales | Sport | Steuerrecht | Strassenverkehr | Tabak | Tourismus | Umwelt | Verbraucher | Verkehrsmittel | Waffen | Wahlen | Wirtschaft und Industrie | Weihnachten |
Spreewalder Gurken kommen aus dem Spreewald, Berliner Weisse aus Berlin und Lapin Kulta aus Lappland.
Noch jedenfalls. Nächstes Jahr im September soll die traditionsreiche Brauerei im lappländischen Tornio, aus der seit 136 Jahren Lapplands Gold fliesst, schliessen und die Produktion des Lapin Kulta Bieres nach Lahti umziehen.
Wenn Bier, dessen Name suggeriert aus Lappland zu kommen, statt dessen im finnischen Süden gebraut wird, was ist es dann? Eine Mogelpackung?
Kann das Gold von Lappland mit gleichem oder grösserem Erfolg in Lahti produziert werden?
Es ist unzweifelhaft, dass das Image der Marke, aus dem rauhen, wilden Norden Finnlands, aus Lappland, zu stammen, eine wesentliche Grundlage ihres Erfolges ist.
Das Unternehmen argumentiert mit Wettbewerbsvorteilen durch bessere Infrastruktur, die der finnische Süden bietet. Das ist nicht von der Hand zu weisen. Die Frage ist nur, ob diese höher wiegen, als der Imageverlust, der zwangsläufig entstehen wird.
Die Vorwürfe, die dem Unternehmen gemacht werden, durch die Verlagerung seiner sozialen Verantwortung nicht gerecht zu werden, sind verständlich.
Die Arbeitslosigkeit in Finnisch-Lappland ist hoch und die Bemühungen und Förderungen der finnischen Regierung, im Norden Industrie anzusiedeln und regionale Unterschiede einzudämmen, weitgehend versandet.
Allerdings sehen Vorwürfe und Verärgerung an der Tatsache vorbei, dass Ziel und Aufgabe eines Unternehmens in erster Linie ist, profitabel zu produzieren und zu verkaufen.
Und so ist die Suche des Unternehmens nach günstigen Produktions-und Standortbedingungen ein ganz natürlicher Prozess.
In diesem konkreten Fall aber bleiben erhebliche Zweifel, ob man in Rentabilitätsbetrachtungen wirklich alle Faktoren einbezogen hat oder das Image der Marke und seine Wirkung zu gering kalkuliert hat.
Die Proteste gegen die Verlegung der Brauerei halten sich bisher in Grenzen.
Finnlands dünnbesiedelter Norden ist weit vom bevölkerungsreichen Süden entfernt.
Wen kümmert es, wenn in Lappland ein alter Baum umfällt.
Widerstand regt sich jedoch im Internet.
In Facebook haben sich mit "Jos Lapin Kulta lähtee Torniosta, en enää osta Lapparia" (15.10.2009, 7.00 Uhr, 10.823 Mitglieder) und "Hartwall boikottiin Lapin Kullan Tornion tehtaan sulkemisesta!" (4.924 Mitglieder) zwei grosse Gruppen gebildet, die ihren Unmut über die Unternehmensentscheidung öffentlich machen. Auf adressit.com haben 868 Personen eine Protestnote unterzeichnet.
Wie wird die Zukunft von Lapin Kulta aussehen?
Wird es als ein ganz besonderes Bier mit regionalem Charakter weiter bestehen oder als "Lahden" Kulta in der Masse des Bierangebots in Finnland untergehen?
(15.10.2009, 8.00 Uhr, Quelle der Information: Lapin Kansa, Finnland on Line)
Ihr Kommentar zum Artikel.
Wir freuen uns über Ihr Feedback.