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Die andere Seite der neuen Ladenöffnungszeiten in Finnland

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In Finnland sind die Läden nun auch Sonntags geöffnet

Am Mittwoch hat das finnische Parlament einer Neuregelung der Ladenöffnungszeiten in Finnland zugestimmt.
Endlich müssen die Verbraucher nicht mehr auf den Kalender gucken, wenn sie Sonntags einkaufen gehen wollen.
War das bisher nur im Sommer und um den Jahreswechsel möglich, geht es nun ganzjährig.

Darüber dass die Läden Sonntags öffnen sollten, gab es seit Jahren weitgehende Übereinstimmung zwischen Bevölkerung, Arbeitgeber-und Arbeitnehmervertretungen.
Nahezu unverständlich, dass es fast 10 Jahre dauerte, bis sich diese Meinung auch bei den finnischen Politikern durchsetzte.
Auch weil zum Beispiel die Gewerkschaften damit argumentierten, dass die Sonntagsöffnung viele neue Arbeitsplätze schaffen würde und die zusätzlich benötigte Grössenordnung auf etwa 2.000 Mann-Jahre bezifferten.

Die Gesetzesänderung ist beschlossen und tritt ab Dezember 2009 in Kraft.
Heisst das nun, Ende gut, alles gut? Sind wirklich alle Seiten zufrieden?
Nein!
Da sind die, die meinen, dass wenigstens der Sonntag ein Tag der Ruhe sein sollte.
Gut, die brauchen sich am Sonntag nicht ins Einkaufsgewimmel stürzen und können ihre liebgewordenen Traditionen beibehalten.

Wesentlich gewichtiger ist die Sorge der kleinen Händler in grossen Einkaufszentren.
Sie sehen den neuen Ladenöffnungszeiten mit gemischten Gefühlen entgegen. Warum?
Weil viele von ihnen vertraglich gezwungen sind, sich an die Öffnungszeiten der Einkaufszentren zu halten und ihnen Strafzahlungen drohen, wenn sie es nicht tun.
Wie aber sollen Ein-Mann-Unternehmen 7 Tage in der Woche öffnen?
Die kleinen Läden werfen selten soviel ab, dass die Einstellung von Mitarbeitern oder die Beschäftigung von Aushilfen möglich ist.
Und ein Unternehmer ist auch nur ein Mensch. Auch er braucht etwas Freizeit und wenigstens hin und wieder mal Urlaub.

Da hat man sich in Finnland nun so schwer getan mit der Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten.
Weit genug gegangen ist man aber trotzdem nicht, sonst hätte man jedem Händler die Gestaltung seiner Öffnungszeiten per Gesetz freigestellt.
Damit wäre auch den kleinen Unternehmen geholfen gewesen.

Quellen:

(20.11.2009, 23.20 Uhr)

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