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Jeder Mensch hat mindestens zwei Gesichter. Jedes Land auch.
Das eine ist das, das man selbst gern sieht und so auch von anderen gern gesehen wird. Und das andere ist das wahre, das nur enge Vertraute kennen, das nicht widerspruchlos ist in seiner Vielschichtigkeit.
Auch Finnland hat diese zwei Gesichter.
Zwei Beispiele:
In aller Welt geniesst Finnland den Ruf eines der Länder mit am wenigsten Korruption.
Aber über den Schatten der Wahlfinanzierung im Anlitz Suomis wird seit Monaten in den finnischen Medien und auch der Bevölkerung heftig diskutiert.
Eine neue Umfrage hat gezeigt, dass Dreiviertel der Finnen für mehr Licht und Transparenz in diesem Dickicht sind.
Der Etelä-Suomen Sanomat rät den Politikern heute mit gutem Grund, die Meinung des Volkes ernster zunehmen.
Finnland sieht sich gern international in der friedensstiftenden Vermittlerrolle und finnische Politiker haben in der Tat Gewichtiges zur Beilegung flammender oder schwelender internationaler Konflikte geleistet.
Als der Bericht des Sadankomitea (Commitee od 100 in Finland) über finnische Waffenexporte in den Jahren 1998 bis 2007 im Frühjahr 2009 veröffentlicht wurde, bröckelte ein Stück finnischer Fassade.
Aber nur ein Stückchen.
In einigen Medien wurde darüber berichtet, aber insgesamt blieb es still.
Kein Murren oder gar Erschrecken, kein Kopfschütteln, das sich durch Suomi zog.
Auch wenn aus internationaler Perspektive die finnischen Waffenlieferungen ins Ausland als gering erscheinen mögen, Finnland hat seinen Waffenexport von 1998 und 2007 um 40 Prozent gesteigert.
Waffen gehen auch in Konfliktregionen der Welt.
So 6,2 Prozent in den Nahen Osten, nach Ägypten, in die Vereinigte Arabischen Emiraten, nach Saudi-Arabien und Kuwait. Israel erhält von Finnland keine Waffen, aber Unteraufträge für die Rüstungsindustrie.
Wo Licht ist, da ist auch Schatten?
Richtig, deshalb sprechen wir auf Finnland on Line auch über Beides.
(30.07.2009, 11.40 Uhr)
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