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Im Spätherbst 2008 beklagte das finnische Aussenministerium anlässlich der gerade veröffentlichten Studie über das Finnland-Wissen in der Welt, dass dieses nach wie vor von Stereotypen geprägt sei.
Als die G 20 tagten, mahnte Finnland an, man solle die kleinen Länder nicht vergessen.
Mit einer gewissen Enttäuschung nimmt man hierzulande in den Medien zur Kenntnis, dass der Staatsbesuch des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew und seine Rede nicht die Blicke der Welt so an sich zieht, wie man sich das vielleicht versprochen hatte.
In seiner aktuellen Kolumne im Helsingin Sanomat meint Ilkka Mattila, dass die viel propagierte Freundschaft der Länder im Norden auch nicht dem entspräche, was man in der Schule gelernt habe. So sehen zwar nicht wenige Finnen in Dänemark, Schweden und Norwegen beliebte Einwanderungsländer, aber kein anderer Nordeuropäer käme auf den Gedanken, Finnland zur Wahlheimat zu machen.
Steht Finnland ganz allein da in der Welt? Niemand kennt es, niemand nimmt es so wahr, wie es wirklich ist?
Es ist verständlich, das ein Land, das zunächst unter schwedischer und dann unter russischer Herrschaft stand und dessen Unabhängigkeit noch nicht einmal 100 Jahre währt, seinen eigenen Platz an den Tischen der grossen Welt sucht, dass es mitspielen will im Buddelkasten der Weltgeschichte.
Manchmal jedoch erscheint Finnland wie ein bockiges Kleinkind, dem man seiner Meinung nach nicht genügend Aufmerksamkeit zollt und das deshalb mit den Füssen stampft.
Reicht es nicht, sein eigenes Ding zu machen und das gut, so wie es Finnland tut? Braucht man immer wieder das Schulterklopfen der anderen? Fehlt es dem kleinen Finnland an Selbstbewusstsein, ein eigenes Profil zu zeigen oder weiss es einfach noch nicht, wohin der Zug eigentlich gehen soll?
(21.04.2009)
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