| Finnland-News | Nachrichten-Archiv | Meist diskutierte Finnland-Artikel | Finnland-Kommentare | Finnland-Kurzmeldungen | Parlamentswahl 2011 | Finland-Presseschau | Klatsch aus Suomi |
| Arbeitsmarkt und Arbeitskampf | Armee und Landesverteidigung | Aussenpolitik | Bildung | Computer und Internet | Dies und Das | Energie | EU | Film | Finanzen | Gesundheit | Immobilien | Karelisches | Kinder und Jugend | Kirche | Klima | Kommunen | Kriminalität | Kunst | Kurioses | Land-und Forstwirtschaft | Management | Medien | Migration | Musik | Natur | Parlament | Politik | Polizei | Preise | Promi | Proteste | Recht | Society | Soziales | Sport | Steuerrecht | Strassenverkehr | Tabak | Tourismus | Umwelt | Verbraucher | Verkehrsmittel | Waffen | Wahlen | Wirtschaft und Industrie | Weihnachten |
Sisu war es, das die Finnen stark gemacht hat.
Mut, Kühnheit, Ausdauer, Zähigkeit und Geduld seiner Bewohner haben das kleine Finnland zu einem blühenden Land werden lassen.
Sisu gilt als herausragende Charaktereigenschaft der Finnen, als Markenzeichen des Landes, das es ermöglicht, auch Unmögliches wahr werden zu lassen.
Die weltweite Wirtschaftskrise hat auch Finnland schwer getroffen.
Noch zu ihrem Beginn sah man sich hierzulande durch die Erfahrungen der Krise Anfang der 1990er Jahre besser für sie gerüstet als andere Länder und wurde in diesem Glauben auch international bestärkt.
Im Januar 2009 sprach Finanzminister Katainen von einem guten Jahr 2009 mit sinkenden Steuern für alle, die Arbeit haben und machte auch denen Mut, die diese schon verloren hatten. Sie würden bald wieder gebraucht werden.
Er rechnete mit einer Neuverschuldung von 30 Milliarden Euro und einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um über 2 Prozent.
Die EU-Kommission prognostizierte zum gleichen Zeitpunkt für Finnland ein Minuswachstum von 1,2 Prozent und sah damit für Finnland eine günstigere Entwicklung als für den Durchschnitt der EU-Staaten.
Ende Februar bestätigte das Statistische Amt Finnlands, dass Finnland sich, nachdem in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen (III und IV/ 2009) das Bruttoinlandsprodukt gefallen sei, nun in Rezession befinde.
Je weiter das Jahr 2009 voranschritt desto schwärzer wurden die Prognosen, desto grösser wurde die Sorge der Bevölkerung vor einem tiefen wirtschaftlichen Loch.
23,7 Prozent der finnischen Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren sind arbeitslos, meldete das Statistische Amt im April 2009.
Spätestens da hätten alle Alarmglocken angehen müssen. Aber man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, das zwar grosszügige Finanzspritzen zugesagt wurden, es aber beim Reden blieb.
Im Juli 2009 äusserten 62 Prozent der Finnen die Überzeugung, dass die Arbeitslosigkeit weiter steigen werde.
Die Wahlen zum Europäischen Parlament zeigten mit deutlichem Stimmenzuwachs für die Rechten, wer die Verunsicherung der Menschen für sich zu nutzen wusste.
Der Wahlfinanzierungsskandal, dessen gesamtes Ausmass erst nach und nach sichtbar wurde, liess das Vertrauen der Bürger in die Politik und in die Fähigkeit der Politiker den Karren aus dem Dreck zu holen, weiter schwinden.
Auch wenn die schlimmsten Prognosen glücklicherweise nicht eingetroffen sind und die Sampo-Bank beispielsweise bereits im September 2009 erste Anzeichen des Aufschwungs zu erkennen glaubte, der ungewöhnlich strenge Winter setzte der finnischen Volkswirtschaft schwer zu und trug auch nicht dazu bei, die Bürger optimistischer zu stimmen.
Im heutigen Leitartikel der Tageszeitung Turun Sanomat vermeint das Blatt im fernen Südkorea den so finnischen Sisu und damit die Wurzel des Wirtschaftswachstums des Landes zu erkennen.
Südkorea sei für Finnland nicht nur deshalb interessant, weil der STX-Konzern Eigentümer dreier finnischer Werften sei.
Auch Südkorea hätte vor der Aufgabe gestanden, sich gegenüber grossen Nachbarländern zu behaupten.
Die Finnen seien von den Erfolge der letzten Jahre verwöhnt und hätten sich an gute Zeiten gewöhnt. Deshalb falle es ihnen so schwer, in weniger guten klarzukommen.
Sie brauchten sich doch nur auf ihren Sisu besinnen und sich selbst aus dem Schlamassel zu ziehen, schliesst der Turun Sanomat und hat damit nicht Unrecht.
Und das die Finnen das können, wenn sie sich ihrer Stärke erinnern und wieder Zuversicht fassen, haben sie in der Geschichte des Landes nicht nur einmal bewiesen.
Genutzte Quellen:
(06.04.2010, 13.30 Uhr)
Ihr Kommentar zum Artikel.
Wir freuen uns über Ihr Feedback.