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Unter der Überschrift "Invasion finnischer Kunden in Tallinn" berichtet die Deutsche Welle auf ihren Internetseiten über die Besuche von Finnen in der estnischen Hauptstadt Tallinn.
Statt in die Tiefe zu gehen, werden gängige Klischees gepflegt: "Die Geschichten von den 'saufenden Finnen' hätten nicht nur in Tallinn die Runde gemacht", "Das ist doch ein Volk von Alkoholikern" und ähnliche.
Dass "Mehr als drei Millionen Finnen landen Jahr für Jahr zum Einkauf in Tallinn an und setzen viele Milliarden Euro in der Baltenrepublik um", erfährt man eher nebenbei.
Scheint ja nicht so wichtig zu sein.
Was will die Deutsche Welle mit einem derart tendenziösen Artikel erreichen?
Den Finnen einen Stempel verpassen, alle in die Schublade Säufer stecken oder gar Zwietracht zwischen Esten und Finnen säen?
Richtig, Tallinn ist ein beliebtes Reizeziel für Finnen und ihre Gäste und korrekt auch, Fahrten per Fähre nach Tallinn sind günstig.
Was spricht dagegen, solche Reisen zu unternehmen?!
Tallinn ist eine alte, ehrwürdige und reizvolle Stadt, die man einfach erleben muss.
Gut, wenn sie auch für den kleinen Geldbeutel erreichbar ist.
Die Finnen lieben diese Schiffsfahrten auch wegen der Gemütlichkeit, Geselligkeit und Unterhaltung an Board.
Sie tanzen, singen Karaoke und geniessen ihren freien Tag.
Ist da etwas Schlechtes dran?
Und ja, auch wir von Finnland on Line haben auf die niedrigen Preise für Lebensmittel in Estland aufmerksam gemacht.
Bekanntlich gehören die Preise für Nahrungsmittel in Finnland zu den höchsten in der EU. Da ist es gut zu wissen, dass sie beim Nachbarn billiger sind.
Ganz gewiss aber fahren nicht alle Finnen nur nach Tallinn, um sich zu betrinken und die Läden leer zu kaufen.
Sie besuchen Museen, Veranstaltungen, lernen auf Exkursionen Estland besser kennen, verbringen ihren Urlaub dort.
Zudem gibt es inzwischen zahlreiche persönliche Kontakte zwischen den Bürgern beider Länder, werden Freundschaften gepflegt.
Die finnische Tageszeitung Etelä-Suomen Sanomat betont heute, dass das Wichtigste an der Zusammenarbeit, den gemeinsamen Plänen und Träumen der Städte Helsinki und Tallinn und ihrer Bürger, das Interesse und Engagement für den Ostseeraum ist.
Ist das nicht ein wichtigerer Gesichtspunkt, als ein paar Hansels, die aus der Reihe tanzen und sich nicht benehmen können?
Die gibt es schliesslich überall. Ja, auch in Deutschland!
(07.09.2009, 19.40 Uhr)
(1) Stimmt man sollte nicht alle in eine Schublade stecken.
Ich denke auch das es auch Finnen gibt die etwas kulturelles unternehmen und nicht nur saufen wollen.
Aber soetwas ist in der Zeitung natürlich langweilig.
Also glaubt der Zeitung nicht alles, es gibt nicht nur trinkende Finnen :)
Minna, 07.09.2009, 22.22 Uhr
(2) Es ist eben Saure-Gurken-Zeit, und was eignet sich besser, als althergebrachte Klischees wieder mal aus der Schublade zu ziehen? Peinlich für eine Zeitung/ein Medium, wenn das auch noch ernstgemeint sein sollte, bloß nicht drüber aufregen! Wahrscheinlich regt es die Finnen selbst wesentlich weniger auf als uns hier. In Grenzregionen gibt es immer eine gewisse Fluktuation, weil in dem angrenzenden Land etwas schöner, billiger,... was auch immer ist - so what? Und selbst WENN die Finnen nach Estland gehen, um einen zu heben - wer kann's ihnen verdenken, bei DEN Preisen???? Abhaken!
Isfjell, 08.09.2009, 08.16 Uhr
(3) Zugegeben, es gibt ein paar unschöne Formulierungen, aber ganz so schlimm ist der Artikel nun wirklich nicht, zumal ihr ihn auch direkt verlinken könntet, damit sich jeder selbst ein Bild davon machen kann...
Christian, 08.09.2009, 11.15 Uhr
Antwort der Redaktion von Finn-land.net auf Christian
Moi Christian, anders als viele andere Onlinemedien verlinken wir in aller Regel alle Publikationen, aus denen wir Infos verwendet oder auf die wir uns bezogen haben. (Für Leser mit SEO-Kenntnissen: Wir verlinken immer "follow")
In diesem Fall haben wir es absichtlich nicht getan. Wer den Artikel finden will, findet ihn. Seinen Titel haben wir angegeben. Wir haben nicht vor, ihm zu zusätzlicher Linkpower zu verhelfen.
Gruss Cornelia, 08.09.2009, 11.35 Uhr
(4) Die Finnen dürfen sich trösten, auch Deutsche werden zum Beispiel auf Malorka oder beim Münchener Oktoberfest als notorische Säufer bezeichnet. Darüber regt sich in Deutschland schon lange keiner mehr auf. Vielleicht stimmt es auch im Gegensatz zu den Finnen.
Annette, 08.09.2009, 13.28 Uhr
(5) Ich bin Deutsche und lebe (noch) in Deutschland und meine, die viele Deutsche sollten ihr eigenes Trinkverhalten überprüfen ehe sie andere difamieren!
Birgit, 13.09.2009, 12.30 Uhr
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