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Die internationale Wirtschaftskrise hat die Probleme in der Luftfahrt weiter verschärft und auch die Finnair taumelt.
Kann sich die finnische Luftflotte, die zu 56 Prozent im Staatsbesitz ist, auf dem Markt behaupten oder verschwindet eine der ältesten europäischen Airlines hinterm Horizont?
Die aktuellen Zahlen sehen nicht gut aus.
Im zweiten Quartal 2009 fiel der Umsatz von Finnair um ca ein Viertel auf 427 Millionen Euro. Die Zahl der Passagiere sank um 8,5 Prozent.
Konnte die Finnair im 2. Quartal 2008 noch einen Gewinn von 13,4 Millionen Euro ausweisen, steht sie jetzt mit 26,1 Millionen in den roten Zahlen.
Der Finnair-Aufsichtsratsvorsitzende Christoffer Taxell nannte den Zustand der Airline im Gespräch mit dem Magazin Suomen Kuvalehti "besorgniserregend".
Finnair-Chef Jukka Hienonen, der seit 2006 im Amt war, warf Anfang August 2009 das
Handtuch.
Er, überzeugt von der Notwendigkeit weitreichender Sparmassnahmen, um Finnair durch die Wirtschaftskrise manövrieren zu können, sah sich ausserstande, diese gegen die im Unternehmen starken Gewerkschaften durchzusetzen.
War sein Rücktritt der Hilferuf nach einer neuen Unternehmenskultur, nach einem neuen, besseren Verhältnis zwischen Geschäftsführung und Gewerkschaften?
Vor zwei Tagen rasselte die Nachricht, dass sich Finnair und die Flugbegleiter auf eine 5 prozentige Reduzierung der Löhne geeinigt haben, um die Arbeitsplätze zu sichern, über die Ticker.
Gut, dass Gewerkschaften und Geschäftsführung miteinander reden und sich nicht nur im Krätemessen üben.
Aber ein paar Schönheitsoperationen an den Löhnen sind sicher nicht der Rettungsanker, den die Finnair jetzt braucht.
Ein erfolgreiches Unternehmen lässt sich nicht nur an der Lohnpolitik festmachen, wie die Tageszeitung Keskisuomalainen heute in einem Beitrag zur Lohnpolitik in Finnland zu Recht schreibt.
Und ein international auf einem immer enger werdenden Markt agierendes schon gar nicht.
Entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit von Finnair ist die gesamte Unternehmensstrategie und ihre Umsetzung.
Es ist höchste Zeit diese zu hinterfragen und auf den Prüfstand zu stellen.
Nur wenn es Finnair zukünftig erfolgreich gelingt, sich zu modernisieren und in einer passenden Marktnische mit überzeugenden Konzepten zu positionieren, hat die blau-weisse Luftflotte eine Chance.
In aller erster Linie ist das Management gefragt, seine Hausaufgaben zu machen und auch der Belegschaft muss klar sein, dass es ohne grundlegenden Umbau keine Zukunft für Finnair gibt.
Quellen:
(18.09.2009, 15.40 Uhr)
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