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Das finnische Schulsystem hat sich international nicht zuletzt dank der Pisa-Tests einen sehr guten Ruf erworben. Pädagogen aus aller Herren Länder eilen nach Finnland, um hinter das Geheimnis des finnischen Schulsystems zu kommen und das in ihrem Land zum Guten zu verändern.
So viel Aufwand und dabei liegt das Erfolgsrezept der finnischen Schule doch auf der Hand wie der Grundschullehrer und Wissenschaftsautor Timo Jantunen in seinem Gastbeitrag im Helsingin Sanomat vom 23.04.2009 aufzeigt:
Neben der hohen Qualifikation der Lehrer sei es vor allem die späte Einschulung der finnischen Kinder, die die international beachteten guten Lernergebnisse ermögliche.
Finnische Kinder werden im Alter von 7 Jahren eingeschult.
In diesem Alter, das sei durch empirische Studien belegt, erreiche das Denkvermögen der Kinder eine neue Qualität.
Das Kind beginne in der Lage zu sein, Zusammenhänge zu erfassen und besitze auch die notwendige soziale Reife für den Schulbeginn.
Ist das wirklich das ganze Geheimnis des finnischen Schulsystems? Hat Timo Jantunen es nun entzaubert?
Braucht zum Beispiel Deutschland nur die Schulpflicht statt mit 6 mit 7 Jahren beginnen zu lassen und auch das deutsche Schulsystem kann im internationalen Vergleich punkten?
Macht, wer das annimmt, es sich nicht ein bisschen zu einfach?
Die spätere Einschulung mag ein Bausteinchen des Erfolgs sein, aber nur eins.
Die Qualität der Lehrerausbildung, die Jantunen auch anführt, ist ein weiteres.
Andere heissen Projekt-und Gruppenarbeit, partnerschaftliches Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern, zwischen Elternhaus und Schule, Lehrmittelfreiheit, Mittagsversorgung....
Und da nicht zuletzt die gesellschaftlichen Bedingungen eine wesentliche Rolle spielen, wäre es ein Irrglaube anzunehmen, mit einer Eins-zu-Eins-Kopie des finnischen Schulsystems irgendwo anders auf dieser Welt erfolgreich sein zu können.
(24.04.2009 1.50 Uhr)
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