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Finnland gilt international als eines der Länder, in denen es am wenigsten Korruption gibt.
Aber internationale Vergleiche sagen nur die halbe Wahrheit, sie geben die Korruption nicht preis, die in den Strukturen der finnischen Gesellschaft steckt.
Korruption erscheint kaum in Statistiken.
So gäbe es auch im gerade erschienenen Bericht "Situation der Korruption im Jahr 2009" keine stichhaltigen Informationen über Korruption.
In Finnland wird nicht bestochen, es werden keine Umschläge mit Geld hin und her geschoben. Solche Delikte werden nicht öfter als 15 mal im Jahr gemeldet.
In Finnland läuft Korruption auf einer anderen Schiene ab, viel subtiler.
"Gute Freunde-Netzwerke, Parteifinanzierung und die sonstige Vernetzung der Elite sind so systematisch, dass man direkt niemanden bestechen muss", sagt Wissenschaftler Paavo Isaksson.
In einem kleinen Land wie Finnland kann man enge Beziehungen nicht vermeiden.
Dienstleistungen, Dankesgaben und andere gefühlsmäßige Vorteile werden einfach nicht als Korruption angesehen. Und sie sind es auch nicht immer.
"Besonders bei den Gemeinden und örtlichen Dienstleistungen bestehen diverse Doppelrollen. Aber natürlich braucht man auch Entscheider. Aktive Menschen gibt es nur eine begrenzte Mennge", wird Jenni Jusslen, Kommissarin der Zentralpolizei, die Korruptionsdelikte untersucht, zitiert. "Auch harmlose Korruption erschwert die Verwaltung, schwächt die Demokratie und schadet der Marktwirtschaft."
Zum anderen sind durch die Wahlfinanzierungsskandale in der letzten Zeit die Mängel in der Offenheit politischer Finanzierung in Finnland so eklatant ans Tageslicht getreten, dass GRECO (Staatengruppe gegen Korruption) und OECD Finnland gerügt und mit Weissrussland verglichen haben.
(23.07.2009, 9.20 Uhr, Quellen der Information: Helsingin Sanomat, Turun Sanomat)
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