In den Nachrichten 2009 blättern
| vor
| Nachrichten-Überblick September 2009
| zurück |
| Finnland-News | Nachrichten-Archiv | Meist diskutierte Finnland-Artikel | Finnland-Kommentare | Finnland-Kurzmeldungen | Parlamentswahl 2011 | Finland-Presseschau | Klatsch aus Suomi |
| Arbeitsmarkt und Arbeitskampf | Armee und Landesverteidigung | Aussenpolitik | Bildung | Computer und Internet | Dies und Das | Energie | EU | Film | Finanzen | Gesundheit | Immobilien | Karelisches | Kinder und Jugend | Kirche | Klima | Kommunen | Kriminalität | Kunst | Kurioses | Land-und Forstwirtschaft | Management | Medien | Migration | Musik | Natur | Parlament | Politik | Polizei | Preise | Promi | Proteste | Recht | Society | Soziales | Sport | Steuerrecht | Strassenverkehr | Tabak | Tourismus | Umwelt | Verbraucher | Verkehrsmittel | Waffen | Wahlen | Wirtschaft und Industrie | Weihnachten |
Seit Finnlands Finanzminister Jyrki Katainen (Kokoomus) sich gleich nach der Sommerpause am 17. August 2009 für den Bau von drei weiteren Kernkraftwerken in Finnland aussprach, schiessen die Spekulationen über eine heisse Kernenergie-Debatte im Herbst und die endgültige Entscheidung der Regierung ins Kraut.
Denn was Katainen verkündete entspricht bei Weitem nicht der Meinung aller Regierungsmitglieder.
So konterte der finnische Premierminister Matti Vanhanen zwei Tage später, dass er nicht die Genehmigung für alle beantragten Atommeiler geben würde und betonte:
"Das Ziel Finnlands liegt in der Eigenständigkeit der Energieversorgung. Wenn alle Genehmigungen automatisch gegeben werden würden, würde Finnland Strom für den Export produzieren und sich alleine um den Abfall kümmern müssen."
Der Streit um die benötigten oder zu genehmigenden zusätzlichen Kernkraftwerke in Finnland ist eine grosse Belastung für die Vanhanen-Regierung.
Einigkeit scheint nur darüber zu herrschen, dass ein weiterer Reaktor benötigt wird, um den Energieanforderungen des erwarteten und erhofften Wirtschaftsanstiegs, der in einigen Fällen mit grösserer Konzentration auf energieintensive Industriezweige einher gehen wird, gewachsen zu sein.
Aber ist Kernernergie wirklich die Energie der Zukunft?
Als EU-Mitglied hat sich Finnland verpflichtet, den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2020 auf 38 Prozent zu erhöhen.
Die Kernkraftwerkpläne sind dabei nicht hilfreich.
Zusätzlichen Druck macht nun der französische Atomtechnikkonzern Areva, der damit droht, die letzten Bauphasen so lange auszusetzen, bis der finnische Partner TVO neuen Vereinbarungen über Kosten und Fristen zustimme, Kosten und Praktiken zustimme."
Und dann ist da noch die Frage der Sicherheitsrisiken und des Strahlenschutzes.
So zweifeln zum Beispiel britische Behörden an der Sicherheit des Reaktortyps, der in Olkiluoto gebaut werden soll und fordern weitere Untersuchungen über den von Areva entwickelten Druckwasserreaktor (EPR), bevor er in Bau geht.
In den USA macht man sich indes über die Ausbauvorhaben in Olkiluoto lustig.
Die New York Times sieht in der Baustelle ein warnendes Beispiel für alle Länder, die zu sehr an die Werbung der Hersteller glauben und spricht damit die Schadenersatzforderungen des Bauherrn TVO und die grossen Verzögerungen bei der Umsetzung des Projektes an.
Über die Atomernergiefrage entscheidet in letzter Instanz das finnische Parlament.
Über das Wie darf man gespannt sein.
Quellen
(03.09.2009, 8.30 Uhr)
Ihr Kommentar zum Artikel.
Wir freuen uns über Ihr Feedback.