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In den letzten Wochen und Monaten hat der Wahlfinanzierungsskandal in Finnland viel Staub aufgewirbelt. Nur scheibchenweise und mit starken Wehen kam die Wahrheit ans Licht.
Welche Auswirkungen hat dieses traurige Kapitel finnischer Politik auf das Image der Parteien?
Im Etelä Saimaa vertritt der Geschäftsführer Jouni Heinonen des auf Imageberatung spezialisierten Unternehmens Pohjoisranta die Auffassung, dass der Skandal die Kommunikationsfühigkeiten der Parteien in Frage stelle und sie allesamt um 20 Jahre zurückwerfe.
Sie hätten den grössten denkbaren Fehler gemacht und die Wahrheit über die Wahlfinanzierung nur Stück für Stück und erst nach massivem Druck herausgegeben.
Der Skandal werde die Finanzierung künftiger Wahlen erheblich erschweren.
Gleichzeitig waren die Geschehnisse ein Lehrstück der Demokratie.
Das Volk und die Medien lassen sich nicht belügen. Sie erwarten von Parteien und Politik ein Höchstmass an Transparenz.
Es ist gut und notwendig, dass noch in diesem Herbst die Spielregeln für die Wahlfinanzierung neu definiert werden.
Das Image der Parteien in der finnischen Öffentlichkeit ist angekratzt.
Wie sieht es mit dem einzelner finnische Spitzenpolitiker aus?
Fasst man die Darlegungen von Erkki Karvonen (Universität Oulu) dazu zusammen, ergibt sich folgendes Bild:
Premierminister Matti Vanhanen (Zentrumspartei) leidet unter dem Bild seiner Partei in der Bevölkerung. Regierungsparteien halten es generell nicht für nötig, etwas für ihr Image zu tun. Insgesamt macht Vanhanen einen zuverlässigen Eindruck.
Finanzminister Jyrki Katainen (Sammlungspartei) wird mittlerweile als angenehm empfunden. Er kann genügsam und demütig sein, wie es sich für einen guten Finnen gehört.
Die Vorsitzende der Sozialdemokraten, Jutta Urpilainen, macht auf viele den Eindruck einer Oberlehrerin, ihre Stimme regt auf.
Die neue Vorsitzende der Grünen, Anni Sinnemäki, wird, obwohl sie bisher als Arbeitsministerin eine gute Leistung gezeigt hat, nicht für eine ernst zu nehmende Politikerin gehalten. Da spielt ihr Hintergrund als früheres Mitglied der bekannten Band Ultra Bra und als Dichterin eine wesentliche Rolle.
Paavo Arhinmäki, der neue Vorsitzende der Linken, gilt als rotgrün und es kommt gut an, dass er sich für Kurzarbeiter und Jugendliche einsetzt. So etwas sei in diesen Zeiten gefragt.
(09.09.2009, 9.30 Uhr, Quelle: Etelä Saimaa)
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