Finnland tut gut!   -  
Suomi Nachrichten September 2009: 12.09.2009

Immer mehr Helsinkier nutzen Essenshilfe der Kirchen

In den Nachrichten 2009 blättern
| vor | Nachrichten-Überblick September 2009 | zurück |

Finland News nach Themenbereichen

| Finnland-News | Nachrichten-Archiv | Meist diskutierte Finnland-Artikel | Finnland-Kommentare | Finnland-Kurzmeldungen | Parlamentswahl 2011 | Finland-Presseschau | Klatsch aus Suomi |

| Arbeitsmarkt und Arbeitskampf | Armee und Landesverteidigung | Aussenpolitik | Bildung | Computer und Internet | Dies und Das | Energie | EU | Film | Finanzen | Gesundheit | Immobilien | Karelisches | Kinder und Jugend | Kirche | Klima | Kommunen | Kriminalität | Kunst | Kurioses | Land-und Forstwirtschaft | Management | Medien | Migration | Musik | Natur | Parlament | Politik | Polizei | Preise | Promi | Proteste | Recht | Society | Soziales | Sport | Steuerrecht | Strassenverkehr | Tabak | Tourismus | Umwelt | Verbraucher | Verkehrsmittel | Waffen | Wahlen | Wirtschaft und Industrie | Weihnachten |

Essenshilfe wird von immer mehr Bürgern in Anspruch genommen

Durch den wirtschaftlichen Niedergang in Finnland geraten immer mehr private finnische Haushalte in Existenznöte.
Die hohen Lebensmittelpreise tun ihr übriges und zwingen eine wachsende Zahl der Bürger staatliche und kirchliche Hilfe auch für das Essen in Anspruch zu nehmen.

In der finnischen Hauptstadt Helsinki teilen 12 evangelisch-lutherische Gemeinden und diakonische Einrichtungen Essen und Lebensmittel an Bedürftige aus.

Die Schlangen an den Ausgabestellen werden immer länger.
So sind es in Myllypuro inzwischen jedes Mal ca 1.300 Menschen, die auf Unterstützung hoffen. Im Frühjahr waren es dort noch 900 Bürger und vor einem Jahr etwa 800.

In der Gemeinde von Alppila hat sich die Menge derer, die in die Diakonie essen kommen, fast verdoppelt und in Meilahti ist sie um etwa ein Drittel gewachsen.

Und es ist so viel mehr Hilfe nötig, als angeboten werden kann.
Oft reichen die Nahrungsmittel nicht für alle in der Schlange.
Durch die Rezession sind auch die Schenkungen, die die Wohlfahrtseinrichtungen vorher von zahlreichen Händlern erhalten haben, zusammengeschmolzen.
Weniger muss an immer mehr verteilt werden.

Zu den Bedürftigen gehören neben Angehörigen fast aller Bevölkerungsschichten zunehmend Rentner.
Man schätzt, dass es in Finnland etwa 200.000 arme Rentner gibt. Im schlimmsten Fall müssen sie mit einer Volksrente von 500 Euro monatlich auskommen.
Das reicht kaum für lebensnotwenige Medikamente wie Herz- und Diabetespräparate.

Für den 15. September hat die Wohlfahrtsorganisation von Heikki Hursti für um 12 Uhr zu einem friedlichen Protest auf den Stufen des Parlamentsgebäudes in Helsinki aufgerufen, um auf die Situation der Ärmsten der Armen aufmerksam zu machen.
Ihr Hilferuf könnte laut in den Ohren tönen, denn die Teilnehmer sind aufgerufen, leere Eimer und Kellen mitzubringen.
Es ist wichtig, dass er nicht überhört wird.

(12.09.2009, 22.20 Uhr, Quellen: Helsingin Sanomat, YLE Videotext S. 106, Metro 11.09.2009)

Ihr Kommentar zum Artikel.
Wir freuen uns über Ihr Feedback.