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Suomi Nachrichten September 2009: 17.09.2009

Wenn man in Finnland älter wird

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Beim Thema Altenpflege ist der finnische Staat in der Pflicht

In den letzten Wochen ging es in Finnland in zahlreichen Medienberichten und Diskussionen um Altenpflege und die Betreuung älterer Mitmenschen, wurde auf die teilweise widrigen Zustände in diesem Bereich aufmerksam gemacht.

Altern ist ein natürlicher Prozess, den jeder Mensch durchlebt, ein Vorgang, den man nicht einfach mit Medikamenten stoppen kann, ein Teil unseres Lebens.
Vom Altern, vom allmählichen körperlichen und geistigen Verfall ist niemand ausgeschlossen, kann sich niemand freikaufen.
Und gerade weil alle betroffen sind, müssten sich auch alle für Massnahmen in diesem Bereich stark machen.

Jukka Relander schreibt im Helsingin Sanomat: "Die Pflege der alten Menschen ist im besten Fall unpersönlich, im schlimmsten Fall verletzt sie Menschenrechte. Wenn man den Zivilisationsgrad der Gesellschaft daran messen würde, wie sie sich um die Alten kümmert, wären wir Barbaren."

Harte Worte.
Die Bevölkerungspyramide in Finnland zeigt es deutlich: Die Finnen altern zusehends.
Und gerade weil das so ist, kann das Thema Altenbetreung und Pflege in Suomi nicht wichtig genug genommen werden.

Aufgabe des Staates muss es sein, allen Bürgern ein Altern in Würde zu ermöglichen.
Nur mit einem Mehr an Pflegern, an ausgebildetem Personal lässt sich dieses Problem nicht lösen.

Nach Auffassung von Jukka Relander begann das finnische Malheur im Bereich Altenbetreuung in der Krise Anfang der 1990er Jahre als man gegen die Rezession kämpfte, "indem man die Wirtschaft pflegte und die alten Menschen vernachlässigte".
Die Kürzungen, die man seinerzeit in dem Bereich vorgenommen habe, wurden auch nicht wieder aufgehoben, als die Wirtschaft dann boomte.
Mit der Rezession Anfang der 1990er Jahre setzte auch eine zunehmende Zentralisierung und Fusion der Gemeinden ein, die sich in den letzten Jahren immer mehr beschleunigte.
In kleinen Dörfern und Siedlungen sind oft nur die Alten übrig geblieben. Allein und weitgehend auf sich gestellt.
Wenn es dann noch wie in Finnisch-Lappland Probleme mit dem Telefonanschluss gibt, sind die Alten zudem weitgehend von der Gesellschaft abgeschnitten.

Wenn aber in manchen Gegenden nur alte Menschen leben und die Steuerzahler fehlen, dann fehlt vor allem dort das Geld in der Gemeindekasse für die Betreuung der Alten.
Dieses Problem kann nicht von den Gemeinden allein, es muss vom Staat gelöst werden.
Nach Auffassung von Relander müsste der Staat die Kosten übernehmen, wenn in einer Gemeinde eine bestimmte durchschnittliche Altersgrenze überschritten ist.
Ein Vorschlag, über den öffentlich nachgedacht werden sollte und der nicht auf die lange Bank geschoben werden darf.

(17.09.2009, 23.30 Uhr, Quelle: Helsingin Sanomat, Lapin Kansa)

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