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Der Lissabonvertrag zur Reform der EU hat in Finnland zu einem Streit über die künftige Sitzverteilung im Europaparlament geführt.
Auslöser der Debatte ist der drohende Verlust des Sitzes für die mit einer weit gehenden Autonomie ausgestattete, rein schwedischsprachige Inselgruppe Åland (finnisch: Ahvenanmaa).
"Wir sind mehrheitlich für den Vertrag, aber dieser verlorene Parlamentsplatz ist eine Enttäuschung", erklärte Harry Jansson von der åländischen Zentrumspartei und schlug stattdessen vor, sich in dieser Frage an Schweden zu wenden:
"Schweden kann uns zumindest unterst¨tzen", so Jansson.
Roger Jansson von der liberalen Partei bezeichnete diesen Vorschlag dagegen als "blauäugig und unverantwortlich".
Finnlands Premier Matti Vanhanen hatte zuvor bereits schriftlich mitgeteilt, Helsinki werde auf keinen seiner 13 Sitze zugunsten von Åland verzichten.
In finnischen Zeitungen erklärten tausende Leser spontan, Åland sei offenbar dabei, sich endgültig von Finnland zu lösen.
Am Mittwoch findet im Landtag von Åland die Abstimmung über den Lissabonvertrag statt.
Der Vorwurf der Åländer an die Adresse der Regierung in Helsinki geht vor allem dahin, die Rolle des Schwedischen zu wenig zu stärken.
Die Vorsitzende von Folkintinget (Suomenruotsalaiset kansankäräjät), einer Vereinigung der Finnschweden, Anna-Maja Henriksson, sagte in einem Interview mit Hufvudstadsbladet: "Die Regierung muss fähig sein mit Åland auf Schwedisch zu kommunizieren. Wenn das nicht gelingt, kann Finnland Schwierigkeiten bekommen, die Provinz zu halten."
Quellen:
(24.11.2009, 12.00 Uhr)
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