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Der estnische Politiker Tönis Palts hat mit seinem Vorschlag, Arbeitslose aus Estland zur Arbeit nach Finnland zu vermitteln, eine lebhafte Debatte in Estland ausgelöst.
So erklärte der Wirtschaftswissenschaftler Andreas Arrak im Gespräch mit der Tallinner Tageszeitung "Eesti Päevaleht", Estland solle lieber auf Umschulungs- und Qualifizierungsmassnahmen setzen.
"Ein solcher Export von Arbeitskräften in ein anderes Land wäre ein beispielloser Präzedenzfall", sagte Arrak.
Er sehe allerdings auch kein generelles Problem darin, wenn Menschen ihrer Arbeit hinterherzögen und für Estland sei auch kein Arbeitskräftemangel zu befürchten.
"Wer heute arbeitslos ist, ist in der Regel nicht allzu qualifiziert. Wir haben hier eher eine strukturelle Arbeitslosigkeit, denn auch in Estland gibt es freie Arbeitsplätze – nur dass die verfügbaren Arbeitnehmer nicht für sie geeignet sind", so Arrak.
Der frühere Tallinner Bürgermeister und estnische Finanzminister Palts hatte im "Eesti Päevaleht" vorgeschlagen, finanzielle Unterstützung für Familienväter und –mütter zu zahlen, die von Montag bis Freitag in Finnland arbeiteten und das Wochenende bei ihren Familien in Estland verbrachten.
Er forderte aber auch finnischen Unternehmen auf, verstärkt in Estland zu investieren und die niedrigeren Löhne und Steuern zu nutzen.
Quellen
(19.11.2009, 14.50 Uhr)
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