Finnland tut gut!   -  
Aktuelle Nachrichten aus Finnland

Amoklauf in finnischer Schule

Finland News nach Themenbereichen

| Finnland-News | Nachrichten-Archiv | Meist diskutierte Finnland-Artikel | Finnland-Kommentare | Finnland-Kurzmeldungen | Parlamentswahl 2011 | Finland-Presseschau | Klatsch aus Suomi |

| Arbeitsmarkt und Arbeitskampf | Armee und Landesverteidigung | Aussenpolitik | Bildung | Computer und Internet | Dies und Das | Energie | EU | Film | Finanzen | Gesundheit | Immobilien | Karelisches | Kinder und Jugend | Kirche | Klima | Kommunen | Kriminalität | Kunst | Kurioses | Land-und Forstwirtschaft | Management | Medien | Migration | Musik | Natur | Parlament | Politik | Polizei | Preise | Promi | Proteste | Recht | Society | Soziales | Sport | Steuerrecht | Strassenverkehr | Tabak | Tourismus | Umwelt | Verbraucher | Verkehrsmittel | Waffen | Wahlen | Wirtschaft und Industrie | Weihnachten |

Amoklauf in Jokela

An der Schule Jokela (Tuusula) wurden gegen Mittag des 7.11.2007 bei einem Amoklauf eines 18 Jährigen Abiturienten die Direktorin (61), 5 Schüler (ein 16-Jähriger, zwei 17-Jährige, zwei 18-Jährige), eine Hilfslehrerin (25) und die Krankenschwester (43) der Schule getötet.
Die 460 Schüler des Schulzentrums (Oberstufe, Gymnasium, Berufsschule) waren zwischenzeitlich in die Kirche von Jokela evakuiert worden. Dort ist jetzt ein Krisenzentrum eingerichtet.

Der Täter Pekka-Eric-A. versuchte, sich mit einem Kopfschuss selbst zu richten. Er wurde zunächst schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert, wo er in den späten Abendstunden verstarb.

Pekka-Eric war ein sehr guter Schüler, aber ein Einzelgänger. Er war von seinen Mitschülern gemobbt worden.
Als Mitglied eines Schützenvereins hatte er von einem Monat seinen Waffenschein erhalten.
Im hatte der junge Mann angegeben, dass er zeitweise Medikamente gegen Depressionen genommen hat.

Pekka-Eric A. hatte seine Tat in einem YouTube-Video angekündigt. Seine Helden waren Hitler und Stalin und nach Angaben von Zeugen hat er Klassenzimmer mit dem Ruf "Revolution" gestürmt und die Mitschüler aufgefordert, alles zu zerstören.
Es wird davon ausgegangen, dass er ein wesentlich grösseres Massaker geplant hatte. So hatte er 320 Patronen bei sich (die Polizei fand 76 Hülsen) und versuchte auch, die Schule in Brand zu stecken.
Die meisten seiner Opfer tötete er per Kopfschuss.
Pekka-Eric hat einen Abschiedsbrief hinterlassen.

Im Helsingin Sanomat kann man zwei der vom Täter unter dem Nick "Sturmgeist89" veröffentlichten, inzwischen bei YouTube gelöschten, Videos sehen. Video 1, Video 2

In Finnland wehten am 8.11. alle Fahnen auf Halbmast und in den Schulen wurde über das schreckliche Ereignis gesprochen.
In vielen Küchenfenstern in ganz Finnland brannten am Abend Kerzen zum Gedenken an die Opfer.
In Jokela wird am Montag der Unterricht wieder aufgenommen. Zunächst werden die Schüler in der Pertun Schule und der Jokela Kirche gemeinsam die schrecklichen Erlebnisse verdauen.
Am Dienstag und Mittwoch stehen Museumsbesuche und Sportveranstaltungen auf dem Programmm.
Am Donnerstag kehren die Schüler ind Schulzentrum zurück.
Nach offiziellen Angaben benötigen 1.000 Menschen in Tuusula therapeuthische Betreuung. (7. - 11. 11.2007)