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Finnland-News Juli 2009: 14.07.2009

Wie gefährlich sind Grossmütter?

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Streit um eine ägyptische Grossmutter

"Vorwärts", sagte die Oma im Schnee.
Diese Redewendung, die die finnische Präsidentin Tarja Halonen gerne und oft verwendet, bekommt derzeit neuen Sinn und Inhalte und unterschwellig schwingen die Fragen mit, welche Rolle spielen Grossmütter in Finnland, wie gefährlich sind sie.

Worum geht es?
Die finnische Einwanderungsbehörde hat den Beschluss gefasst, dass die diabeteskranke Ägypterin Eveline Fadayel, die seit zwei Jahren bei ihren Kindern in Finnland lebt, ausgewiesen wird und im Juli das Land verlassen muss.
Als Begründung wird angegeben, dass die Grossmutter nicht zur Kernfamilie des Sohnes gehöre.

Vor zwei Jahren hat das Verwaltungsgericht der russischen Großmutter Maria Kirbasova ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht in der Familie ihrer Tochter in Finnland gewährt.
Die andersgerichtete Entscheidung der Einwanderungsbehörde im Fall der ägyptischen Grossmutter, stösst in Finnland auf Verwunderung und Ablehnung.

Für viele Finnen sind die Grosseltern sehr wohl Teil der Kernfamilie.
Etwa 20 Prozent der Finnen versorgen neben ihrer Arbeit ihre Eltern, Schwiegereltern oder den eigenen Partner bzw. die Partnerin.

Zahlreiche Finnen haben deshalb eine Resolution zur Unterstützung der ägyptischen Oma unterschrieben, die Kirchen setzen sich für sie ein.

Die finnische Einwandungsbehörde antwortet auf die Einwände gegen die Abschiebung, dass der Beschluss auf finnischem Recht basiere.
Die Angst des Leiters der Behörde, dass bei einer anderen Entscheidung tausende von alten Leuten nach Finnland kämen, die alle kein Finnisch sprechen würden und dem finnischen Gesundheitssystem imense Kosten verursachen würden, wird allgemein als überzogen angesehen.
Realistischer sind da schon Gedanken, als Voraussetzung für das Aufenthaltsrecht eine eigene Krankenversicherung der Einwanderer anzusetzen.

(14.07.2009, 15.30 Uhr, Quellen der Informationen: Lapin Kansa, Helsingin Sanomat)

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