In den Nachrichten 2009 blättern
| vor
| Nachrichten-Übersicht August 2009
| zurück |
| Finnland-News | Nachrichten-Archiv | Meist diskutierte Finnland-Artikel | Finnland-Kommentare | Finnland-Kurzmeldungen | Parlamentswahl 2011 | Finland-Presseschau | Klatsch aus Suomi |
| Arbeitsmarkt und Arbeitskampf | Armee und Landesverteidigung | Aussenpolitik | Bildung | Computer und Internet | Dies und Das | Energie | EU | Film | Finanzen | Gesundheit | Immobilien | Karelisches | Kinder und Jugend | Kirche | Klima | Kommunen | Kriminalität | Kunst | Kurioses | Land-und Forstwirtschaft | Management | Medien | Migration | Musik | Natur | Parlament | Politik | Polizei | Preise | Promi | Proteste | Recht | Society | Soziales | Sport | Steuerrecht | Strassenverkehr | Tabak | Tourismus | Umwelt | Verbraucher | Verkehrsmittel | Waffen | Wahlen | Wirtschaft und Industrie | Weihnachten |
Der Abend ist warm am Hafen in Lappeenranta. Passanten schlendern hin und her – essen mal ein Eis, trinken mal ein Bier.
Es nähert sich ein Schiff, der Zugang ist aber gesperrt: die Passagiere müssen durch den Zoll. Weshalb?
Sie kommen aus Russland.
Seit dem Frühsommer ist es möglich, ohne Visum nach Russland zu fahren.
Das gilt für Reisende aus allen Ländern.
Und seither laufen die Touristen dem Reisebüro Saimaan Matka-Verkko in Lappeenranta alle Türen ein.
Voraussetzungen für eine visafreie Reise sind
Ich befrage zwei, die von dem Schiff kommen.
"Super", meint die eine. "Großartig", sagt eine andere.
"Natürlich ist es nicht so wie in Finnland, aber sehr zu empfehlen".
Auf meine Frage hin, ob es Wodkatouristen gab, antworten sie mit einem klaren "Nein".
Ein Interview mit Kirsti Laine, der Geschäftsführerin des auf Russland-Reisen spezialisierten Saimaan Matka-Verkko, brachte das gleiche Ergebnis: die Kunden sind zufrieden.
Kirsti erzählt mir, dass es visumfreie Fahrten schon von den 1980er Jahren bis 2002 gab.
Zum Personal der ausgebildeten Deutschlehrerin gehören zahlreichende deutschsprechende Mitarbeiter.
Nach Wyborg fährt die m/s Carelia.
Die Fahrt führt durch den idyllischen Saimaa-Kanal mit seinen 8 Schleusen, von denen 5 auf russischen Territorium sind.
Die Reisenden geniessen während der Fahrt vor allem die Stille und die reizvolle Landschaft.
Etwa 10 Prozent der Reisenden sind keine Finnen oder Russen. In diesem Jahr bisher schätzungsweise 300-400.
Das Schiff fasst 200 Personen, an Bord gibt es Vollverpflegung.
"Russland ist immer ein interessantes Reiseland.
St. Petersburg steht an erster Stelle, aber auch die Karelische Landenge zieht Touristen an", meint Kirsti.
Sie berichtet, dass in Wyborg natürlich die Burg das beliebtestes Ziel sei.
Gerne wird auch das nahe Wyborg gelegene Vikingerdorf mit Vikingerbauten und mittelalterlichen Attraktionen wie Schmieden und Bogenschiessen besucht.
Mit einer Kreuzfahrt nach Wyborg kann man auch eine Busfahrt nach Zelenogorsk (Finnisch: Terijoki) am Finnischen Meerbusen mit seinen weißen Sandstränden oder nach St. Petersburg kombinieren.
Bis zu 72 Stunden können sich Touristen mit einer Reisegruppe ohne Visum innerhalb der Russischen Förderation aufhalten.
In Wyborg selbst oder natürlich in St. Petersburg kann man ein eigenes Programm zusammenstellen, Jazz- und Rockfestivals, Oper oder Kammermusikabende besuchen.
Saimaan Matkaverkko bietet auch verschiedene Stadtrundfahren an.
Es ist natürlich auch möglich, aus Helsinki eine Gruppenreise mit der Bahn nach Russland visumfrei zu machen.
Wenn ich das nächste Mal Besuch aus Deutschland bekomme, werde ich mit ihm auch so eine Reise machen.
An der Grenze wohnend habe ich ein Jahresvisum, aber mein Besuch spart den Preis fürs Visum und ich spare die Hotelsucherei.
(P.W., 15.08.2009, 13.15 Uhr)
Ihr Kommentar zum Artikel.
Wir freuen uns über Ihr Feedback.