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Finnland-Nachrichten August 2009: 11.08.2009

Finnisches Spiel hilft Kindern der Welt beim Lesenlernen

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Finnisches Ekapeli hilft Kindern mit Legasthenie

Wer Finnisch lernen will oder muss, kommt leicht ins Schwitzen und Stöhnen.
Dabei ist die finnische Sprache im Gegensatz zum Beispiel zur Englischen für einen Lernenden eine einfache Sprache.
Fast alles wird so geschrieben, wie es gesprochen wird.
Zu jedem Laut gehört ein Buchstabe und jeder Buchstabe wird in gleicher Weise ausgesprochen, unabhängig davon, wie er zu anderen Buchstaben steht.

Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass etwa ein Drittel der finnischen Kinder lesen kann, bevor es mit sieben Jahren in die Schule kommt.

Aber Lesen lernen ist auch in Finnland nicht für alle Kinder eine Selbstverständlichkeit.
Lese- und Schreibschwierigkeiten sind die häufigsten Probleme beim Lernen.
Etwa ein Zehntel der Kinder bleibt deshalb hinter den Schulkameraden zurück und wird so deutlich in seiner Lernmotivation geschwächt.

An der Universität Jyväskylä hat man im Fachbereich Lernen und Motivation Methoden entwickelt, mit denen man Leseschwierigkeiten frühzeitig erkennen und den Kindern ohne grossen Aufwand helfen kann, ihre Probleme zu überwinden.
Gerade die frühzeitige Erkennung von Legasthenie, am besten noch vor Schulantritt ist unbedingt erforderlich, um nicht nur den Lernerfolg des Kindes zu sichern, sondern um ihm Spass am Lesen vermitteln zu können.

Über die Forschungsergebnisse, die in Zusammenarbeit mit dem Niilo Mäki-Institut erzielt wurden, kann man sich auf www.lukimat.fi informieren.
Dort findet sich auch die Experiamentalumgebung Ekapeli - Erstes Spiel, die von 2004 bis 2009 bereits 50.000 Kindern geholfen hat, ihre Leseschwierigkeiten in den Griff zu bekommen.

Meist resultieren Probleme beim Lesenlernen daraus, dass das Kind nicht genau genug die Anteile des Gesprochenen unterscheiden kann.
Das Lernspiel übt, die Laute auseinander zu halten. Es lehrt auch, Zusammenhänge zwischen Gesprochenem und Geschriebenem zu erkennen.

Nicht nur finnischsprachige Kinder können das Lernspiel nutzen, sondern Kinder aller Länder und Sprachen.
So haben die Forschungen zum Beispiel vielversprechende Ergebnisse bei afrikanischen Kindern, die das Spiel benutzt haben, aufgezeigt.

Für das Ekapeli-Spiel wird derzeit, unterstützt auch von Nokia, eine nichtkommerzielle Version für den Mobilfunk entwickelt, die in allen Ländern Anwendung finden kann, in denen Handys genutzt werden.

(11.08.2009, 12.55 Uhr, Quelle: Helsingin Sanomat)

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