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Als ich mal wieder in "Im Zauber Suomis", einem alten, 1939 beim Deutschen Verlag Berlin erschienen Buch, das die Reiseerlebnisse von Curt Strohmeyer in Finnland festhält, blätterte, stiess ich auf seine Geschichte über die grösste Bestie Lapplands.
Eine niedliche kleine Episode, die sich so oder ähnlich auch an anderen Orten Finnlands zugetragen haben könnte.
Strohmeyer hatte im Winter in der Nähe der Stromschnellen des Bemmenjoki einen Bären geschossen und war sehr stolz auf sich, die stärkste Bestie Lapplands erlegt zu haben.
Ein befreundete Jäger schüttelte nur den Kopf und meinte, die stärkste Bestie Finnlands könne man nur im Sommer sehen.
Sie sei stärker als Bär und Luchs und auch als der Mensch, denn sie überfalle sie alle.
Diese Worte des Jägers liessen Strohmeyer keine Ruhe. In die Heimat zurückgekehrt, fragte er Wissenschaftler und andere Gelehrte, um welches Tier es sich da handeln möge.
Aber niemand kannte es.
So fuhr Strohmeyer zwei Jahre später wieder nach Finnland. Dieses Mal im Sommer. Er wollte endlich hinter das grosse Geheimnis kommen.
Verdutzt und erschrocken musste er zur Kenntnis nehmen, dass sein Freund ihm die Waffe abnahm und sie in einen Schrank schloss, bevor sie gemeinsam in den Wald zogen, um an den Bächen Goldsuchern zu zusehen und vielleicht selbst ein Klümpchen zu finden.
"Als wir in das Gebiet des Sotajoki kamen, schlug ich wild um mich, und während sich mein Jäger lachend umdrehte, kam mir die Erleuchtung von der stärksten Bestie Lapplands: es wollen mich und den Jäger, die Rentiere, die Luchse, Bären und Wölfe in diesem Gebiet Millionen und aber Millionen - Mücken fressen!"
Ja, Mücken gehören zum Finnland-Bild, das allgemein kursiert.
Und natürlich gibt es sie in Finnland, gerade im Sommer in der Nähe der in waldreicher Umgebung gelegenen Seen, Flüsse und Bäche.
Aber gegen Mücken kann man sich schützen.
Den Ratschlag Strohmeyers: "Es gibt nur ein gutes Mittel gegen diese Bestie: man hält ihr gleichmütig wie ein Vogel sein lebendiges Fleisch hin und lässt sich stechen, bis man die Stiche nicht mehr fühlt", sollte man nicht zu ernst nehmen und sich eher an zweckmässiger Kleidung und handelsüblichen Mitteln gegen die kleinen Bestien orientieren.
Wer dagegen meint, wegen der mancherorts vorhandenen aggressiven Mücken in Finnland, sich das Erlebnis eines erholsamen Urlaubs in Suomis reicher Natur entgehen lassen zu müssen, muss sich fragen lassen, ob er auch nicht mehr Auto fährt, weil ja ein Unfall passieren kann oder nicht mehr Schokolade nascht, weil man davon zulegt.
(07.08.2009, 12.30 Uhr)
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