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Wer Finnland in den 1990er Jahren als Urlauber besuchte, dem Drängen der Kinder oder der eigenen Lust auf Süsses nachgab und beim Einkauf im Supermarkt auch etwas zu Naschen in den Korb legte, kam spätestens beim Durchsehen des Kassenzettels ins Grübeln.
So ein horrender Preis für eine kleine Tüte Bonbons!
Eine gesundheitzserzieherische Wirkung wurde in jedem Fall erreicht: Man überlegte gründlich, ehe man erneut in die Süsswarenauslagen griff.
Mit dem Wegfall der Süsswarensteuer, umgerechnet 58 Cent pro Kilogramm, sanken im Jahr 2000 die Preise von Schokolade und Bonbons in Finnland, auch wenn sie weiter über dem Niveau zum Beispiel in Deutschland blieben.
Im August letzten Jahres hat die finnische Regierung überraschend beschlossen, diese Besteuerung neu aufleben zu lassen.
Angekündigt war ihre Wiedereinführung zunächst für den Juli 2010. Nun können die Finnen aber auch noch zu Weihnachten naschen, ohne sich den Magen zu verderben, wenn sie an den Steueraufschlag denken.
Der Gesetzesvorschlag zur Süsswarensteuer soll nun erst im September dem finnischen Parlament vorgelegt werden und dann frühestens zu Jahresbeginn 2011 in Kraft treten.
Mit der neuen, alten Steuer sollen nicht nur Löcher in den Staatsfinanzen gestopft und 135 Millionen Euro zusätzlich in die Haushaltskasse gespült werden, sondern auch ihre gesundheitsfördernden Aspekte reaktiviert werden.
Diese sind es auch, die dazu führen, dass die Finnen der Süsswarensteuer weitgehend positiv gegenüberstehen.
Widerstand dagegen regt sich in der Industrie.
Die derzeitigen Planungen im finnischen Finanzministerium sehen vor, zukünftig auch Eis der gesonderten Besteuerung zu unterwerfen.
Änlich wie bei Süssigkeiten, Schokolade und Softdrinks handele es sich bei Eis um eine klar abgrenzbare Produktgruppe.
Wie hoch der Steueraufschlag genau ausfallen wird, ist derzeit noch nicht bekannt.
Das Finanzministerium, das verschiedene Modelle durchrechnen lässt, geht davon aus, dass die ursprünglichen Sätze wieder erreicht werden.
Gegenüber der Tageszeitung Helsingin Sanomat sprach Veli Auvinen davon, dass der Literpreis von Speiseeis durch die Besteuerung um etwa 30 Cent steigen könnte.
Quelle der Information:
(05.04.2010, 13.45 Uhr)
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