| zurück | Märchen übersicht | vorwärts |
Ein Jäger verirrte sich im Wald und kam an einen großen, großen See. Aus dem tauchte ein riesiger Drachen auf. Der Jäger legte an.
"Erschieß mich nicht", bat der Drachen.
"Warum sollte ich das nicht tun", fragte der Jäger ein wenig ängstlich.
"Sieh, hinter mir kommt ein anderer Drachen. Der will mich fressen. Schieß ihm auf den weißen Fleck auf seiner Brust!"
Der Jäger tat wie ihm geheißen und er traf.
Der erste Drachen fraß den zweiten. Dann sprach er zum Jäger:
"Setz dich auf meinen Rücken, ich bringe dich heim!"
Erst traute sich der Jäger nicht, dann gehorchte er.
Kurz vor dem Dorf setzte der Drachen den Jäger ab und meinte:
"Laß mich dir jetzt in den Mund blasen!"
Der Jäger erschrak und fing an zu weinen.
"Du brauchst keine Angst zu haben. Ich will dir nur Klugheit einhauchen.."
Und so ließ der Jäger es dann geschehen.
Als er zu seinen Brüdern nach Hause kam, forderte er sie auf:
"Laßt uns die Pferde einspannen. Wir wollen eine goldene Schale aus dem Wald holen!"
Den halben Tag zogen sie durch den Wald ohne fündig zu werden. Die Brüder waren sauer und fingen an zu murren.
"Warum hast du uns nur hierher geführt!"
Auf einmal aber raunte ein großer Baum:
"Hier unter meiner Wurzel liegt die goldene Schale."
Sie gruben sie aus und siehe da, als sie zu Hause ankamen, war sie mit unzähligen Goldstücken gefüllt.
Als die Brüder wieder in den Wald gingen, um den Baum zu fällen, sprach dieser:
"Nehmt mich als Türpfosten!"
Sie taten es.
Von nun an mehrten sich Pferde und Kühe auf dem Gehöft und auch das Brot wurde niemals alle.