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Es war einmal ein Schafhirte, der wohnte mitten im Wald in einer kleinen, hübschen Hütte.
Sein Herr hatte mit ihm ausgemacht, das er für jedes Schaf, das geboren werde, dreißig Heller Lohn bekomme, für jedes, das verloren gehe, dreißig Heller abgezogen erhalte.
Eines nachts kam ein Wandersmann zu ihm und bat ihn um Quartier.
Der Hirte schlachtete ein Lamm, bereite ein vorzügliches Mahl und bewirtete seinen Gast, ehe sie sich zur Ruhe legten.
Am nächsten Morgen sagte der Wanderer:
"Geh und sieh nach deinen Schafen!"
Oh Wunder, die ganze Wiese war voll von Schafen. In der Mitte der Herde stand ein großes, rotes Lamm.
"Laß alle Schafe deinem Herren. Nur das Rote behalte für dich", sprach der Wanderer.
Und so tat er es auch.
Als er die Schafe abgeliefert hatte, kehrte er mit dem roten Lamm in eine Herberge ein, um dort zu
übernachten.
Die Tochter der Herbergseltern ging morgens in den Stall und wollte sich ein paar rote Locken von dem Schaf abschneiden, um sich Handschuhe daraus zu machen.
Aber ihre Hände blieben am Schaf hängen. Sie schrie und schrie. Ihr Vater kam angerannt und schlug mit der Rute nach dem Schaf. Da blieb die Rute am Schaf hängen und der Vater an der Rute. Die Mutter kam mit dem Kehrbesen zur Hilfe. Aber auch der blieb am Schaf hängen und die Mutter am Kehrbesen.
Es ergab sich, das die Tochter des Königs immer traurig war und niemals lachte und der König deshalb hatte verkünden lassen, das wer seine Tochter zum Lachen bringe, sie zur Frau erhalte.
Der Schäfer nahm das rote Schaf, zog die Herbergsfamilie hinter sich her und wollte sein Glück bei der Prinzessin versuchen.
Als diese das Gespann sah, konnte sie sich nicht halten vor Lachen.
So wurde der Schäfer mit ihr getraut und erhielt das halbe Königreich. Er befreite die
Festgeklebten und lebte glücklich und zufrieden mit seiner Frau bis ans Ende seiner Tage.