Nur 13 Prozent der heutigen finnischen Bausubstanz stammen aus der Zeit vor 1920.
Betrachtet man die ältesten Zeugnisse finnischer Baukunst, stellt man gravierende Unterschiede zu historischer Architektur in anderen europäischen Ländern fest.
Auf Schlösser, wie man sie zum Beispiel in Deutschland findet, wird man in Finnland nicht treffen.
Finnlands älteste erhaltene Bauwerke sind nicht in der originären finnischen Holzarchitektur errichtet, sondern aus Stein. Es sind mächtige Burgen und schmucklose Feldsteinkirchen.
Erst im 18. Jahrhundert blühte in Finnland die Holzarchitektur auf.
Ein typischer Vertreter des Klassizismus zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der in Finnland wirkende deutsche Architekt, Carl Ludwig Engel, der u.a. das Anlitz des Stadtzentrums der finnischen Hauptstadt prägte.
Zu Beginn des 20. Jahrunderts entfaltete sich die finnische Nationalromantik und bezog traditionelle karelische Holzarchitektur, mittelalterliche Bautechniken und spielerische, Ornamenten reiche Einflüsse aus Europa in die Gestaltung von Bauwerken mit ein.
Vertreter dieser Epoche der finnischen Architektur waren u.a. Eliel Saarinen und Lars Sonck.
Ende der 1920er Jahre setzte sich in Finnland der Funktionalismus durch. Bekanntester Vertreter dieser Stilrichtung in der finnischen Architektur ist neben Erik Bryggman vor allem, der auch international hoch geschätzte, Alvar Aalto.
Moderne finnische Architektur versucht Aspekte von Funktionalität, Ästhetik und Standardisierung sinnvoll miteinander zu verbinden.