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Nachrichten zu den Europa-Wahlen 2009 in Finnland

Wahlveranstaltung einmal anders

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Wahlveranstaltung mit Biss

Wahlveranstaltungen sind langweilig, rufen nur Desinteresse hervor und für die Europa-Wahlen hat ohnehin kaum jemand ein offenes Ohr?
Gerüchte, alles nur Gerüchte.
Dass es anders geht, hat in dieser Woche jedenfalls die grösste finnische Tageszeitung, der Helsingin Sanomat, unter Beweis gestellt.
Bei seinem bunten Wahlabend in Helsinki reichten die 500 Stühle im Saal nicht aus.

Schon das Konzept der Veranstaltung sicherte Spannung und interessante, prägnante Informationen ohne langes Herumgerede und Gedruckse.
20 finnische Kandidaten zur Europa-Wahl hatten die Möglichkeit, je eine Minute zu reden und sich vorzustellen. War die Minute um, wurde gnadenlos abgebrochen.
Damit die Aufgabe für die Vortragenden nicht zu einfach war, wurden zudem Themen verlost - die EU als Friedensprojekt, die Finanzkrise zum Beispiel - und jeder Auftretende erfuhr erst zwei Minuten vorher, zu welchem Schwerpunkt er sich zu äussern habe.
So konnten die Anwesenden Meinungen und Kandidaten vergleichen und leichter einen Favoriten für sich finden, als im Dschungel des Stimmzettels mit 241 Kandidaten.

Gelungen war auch der Auftakt der Veranstaltung.
Der frühere Europarlamentarier und jetzige finnische Aussenminister Alexander Stubb gab Einblicke in den Brüsseler Politikalltag und vermittelte anschaulich, welche Autorität ein einziges Mitglied des Europäischen Parlaments geniesst.

Eine Wahlveranstaltung, die Lust auf Politik und die Wahlen machte, ganz ohne unnötigen Schnickschnack und Tamtam.
Schade, dass es davon nicht mehr gab.

(06.06.2009, 9.15 Uhr, Quelle der Information: Helsingin Sanomat 3.6.2009)